Das Gespräch führte Thomas Klug, stellvertr. Vorsitzender CDU Ortsverband

TK: Frau Odenthal, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Abschneiden ihrer Mädels beim Regionalwettbewerb im Hürther Bürgerhaus. Zwei Mal erster und einmal zweiter kann sich sehen lassen oder? Sabine Odenthal: Ja, auf jeden Fall. Wir haben auch mit so viel Abstand gewonnen, das war schon eine ganz hervorragende Leistung. Ich bin auch sehr, sehr stolz auf meine Mädels. Ich habe noch nie eine Truppe gehabt, die von der technischen Leistung, vom künstlerischen Aspekt und auch von der Motivationsleistung so stark war.


TK: Das ist ja auch nicht das erste Mal, dass sie Preise gewinnen. Beim Stepptanz zum Beispiel…
Sabine Odenthal:Beim Steppen gehöre ich zu den drei besten Schulen, die es hier in Deutschland gibt. Es gibt zwei verschiedene Organisationen hier in Deutschland, wo man Wettbewerbe machen kann, den BfKM und den TAF. Bei beiden haben wir im Herbst alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. In beiden Organisationen sind wir führend. Da bin ich sehr stolz drauf.


TK: Warum haben Sie Ihr Tanzstudio gerade in Hürth – insbesondere in Kendenich und nicht in einer großen Stadt, bspw. Köln eröffnet?
Sabine Odenthal: Als ich 1979 das Studio eröffnete sehr stolz drauf.


TK: Warum haben Sie Ihr Tanzstudio gerade in Hürth – insbesondere in Kendenich und nicht in einer großen Stadt, bspw. Köln eröffnet? Sabine Odenthal: Als ich 1979 das Studio eröffnetewir haben in diesem Jahr schon unser 40-Jähriges Jubiläum – habe ich eine Kleinstadt gesucht, weil mir z.B. Köln zu groß und zu anonym ist. Ich war vorher an der Realschule in Frechen und hatte dort eine Tanz AG, mit 60 Mädels und die sagten mir, also wenn Du dich selbstständig machst, dann doch bitte hier irgendwo in der Nähe, denn wir wollen weiter Tanzen. Dann hat sich das hier in Kendenich so ergeben und es war für mich ein wahrer Glücksfall. Dazu kommt die persönliche Bindung an diese ehemalige Kirche. Ich bin evangelisch, meine Tochter wurde hier getauft. Ich find es schön hier in Hürth, ich liebe es.


TK: Ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass das Ziel Ihres Unterrichtes u.a. ist, den Kursteilnehmern die Fähigkeit zu vermitteln, sich tänzerisch zu entwickeln. Gibt es auch Fälle, wo Sie sagen, es tut mir leid, ich kann ihnen nichts beibringen? Sabine Odenthal: Nein, gibt es nicht. Tanzen kann jeder und jeder kann sich seinen Möglichkeiten entsprechend weiterentwickeln. Das ist eine Willenssache. Ich habe auch behinderte Kinder dabei, sowie zwei gehörlose. Auch die können sich im Tanz weiterentwickeln, es ist halt nur anders. Man muss deren Fähigkeiten sehen und diese entsprechend fördern.


TK:Was bedeutet das Unterrichten für Sie? Sabine Odenthal: Das ist mein Leben. Jetzt wo ich älter werde wird es mir doch sehr bewusst, dass ich wirklich glücklich bin, wenn ich mit den Kindern und Jugendlichen arbeite. Wenn ich die Kinder in der Bewegung sehe, dann denk ich, so jetzt geht es mir gut. Neue Tänze und neue Choreographien zu entwickeln ist das wichtigste. Dafür habe ich noch viele Ideen.


TK: Frau Odenthal, ab welchem Alter ist der Besuch Ihrer Tanzschule sinnvoll? Sabine Odenthal: Die jüngsten sind 2 Jahre alt und nach oben gibt es keine Grenzen. Es gibt mit 7/8 Jahren immer mal einen Schnitt. Dann kommen andere Interessen dazu. Der nächste Schnitt kommt dann mit 16/17 Jahren, wenn der erste Freund kommt. Für die Freunde habe ich auch draußen ein paar Bänke stehen (lacht).


TK: Sie haben klassisches Ballett studiert. Man sagt, dass Disziplin wichtig für eine Ballettkarriere ist. Gilt das auch für andere Tanzrichtungen? Sabine Odenthal: Klassisch habe ich erst später studiert. Ich habe erstmal elementaren Tanz studiert, das ist die Basis und Grundlage meiner Unterrichtstätigkeit. Der elementare Tanz ist 2015 zum UNESCO Weltkulturerbe geworden und ich bin hier die einzige weit und breit, die dies anbietet. Dastolle daran ist, dass die Kreativität gefördert wird, was im klassischen Ballett überhaupt nicht der Fall ist. Meine Mädels hier sind sehr vielseitig erzogen. Die machen neben klassisch auch Hipp Hopp, Stepp oder Jazz. Es ist mir aber wirklich eine Herzensangelegenheit, dass ich hier elementaren Tanz unterrichte.


TK: Sind Ihre Kurse streng oder bleibt auch Raum für Spaß? Sabine Odenthal:Na, sie haben mich ja jetzt kennengelernt (bricht in schallendes Gelächter aus). Nein, viele verwechseln streng mit Konsequenz. Ich bin konsequent bis zum Letzten. Es gibt Regeln, wenn diese gebrochen werden, dann bekommt auch jeder mal eine Ansage. Die dürfen nicht fies zu einander sein, sich nicht schubsen oder was auch immer. Das ist zwar sehr anstrengend, wenn man dies aber einmal durchgezogen hat, dann brauch ich nachher nur mal mit den Augen… (lacht).


TK: Ist auch bei Ihnen der Höhepunkt jedes Kurses die Aufführung am Ende der Saison? Sabine Odenthal: Am Ende des Jahres, ja. Im Dezember gibt es immer eine große Aufführung im Bürgerhaus. Für meine Mädels ist das die wichtigste Veranstaltung. Die Wettbewerbe sind auch schön, da genießen sie dann das zusammen sein.

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